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Wirknachweise            
           

 

 

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Wirknachweise

Es gibt keinen „Wirknachweis der Homöopathie“.

Es gibt auch keine Wirknachweise „der Medizin“, „der Pharmakologie“, der „Rheumatologie“ oder „der Chirurgie“.

Wirknachweise sind nur für bestimmte Behandlungen möglich. Ein Wirknachweis durch Studien betrifft ein bestimmtes Arzneimittel bei einer bestimmten Erkrankung in einer bestimmten Patientengruppe unter bestimmten Studienbedingungen.

Liegen für eine Therapiemethode ausreichend viele Studien mit signifikanten Ergebnissen vor, ist die Aussage erlaubt, dass die Wirksamkeit dieser Methode wissenschaftlich belegt ist.

Das trifft für die Homöopathie zu.
 

Studien

Der Weltverband homöopathischer Ärzte Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis (LMHI)1, das European Committee for Homeopathy (ECH)2, die Groupe International de Recherche sur l’Infinitésimal (GIRI)3 und andere internationale Forschungsinstitute und Forscher untersuchen die Wirksamkeit und Wirkungen der Homöopathie.
 

Anfänge der Forschung

Frühe Übersichtsarbeiten sind von A. M. Scofield 19844, Lise Wurmser 19865, Gisela King 19886, Marco Righetti 19887, Otto Weingärtner 19928, Maurice Jenaer et al. 19939, Klaus Linde et al. 199410, Helene Tisseyre 199611, Klaus Linde et al. 199712, Jürgen Schulte und Peter Christian Endler 199813, Michael Emmans Dean 200414, Nirmal C. und Anirban Sukul 200415, Max Haidvogl 200616 und anderen Autoren publiziert worden.

Viele dieser Veröffentlichungen belegen nach wissenschaftlichen Kriterien die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel. Nach Marco Righetti7 sind die biochemischen Arbeiten von W. E. Boyd 1954, die immunologischen Arbeiten von M. Doucet-Jaboeuf et al. 1982, Untersuchungen der Basophilendegranulation von J. L. Sainte Laudy et al. 1985-1986, die Tierversuche von Elisabeth Davenas und Bernard Poitevin et al. 1987, die Migräne-Studie von Bruno Brigo17, die Pollinosis-Studie von David Reilly et al. 198618 und die Asthma-Studie desselben Autors19 erwähnenswert, um einige der frühen Arbeiten zu nennen.
 

Experimentelle Studien

Besonders bemerkenswert sind experimentelle Untersuchungen an Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen, Zellen und Enzymen „im Reagenzglas“. Unter diesen Studienbedingungen sind Placeboeffekte weitgehend auszuschließen.

Viele experimentelle Untersuchungen bestätigen die nachweisbaren Wirkungen homöopathischer Arzneimittel:

1988     Marco Righetti7

„Der Wirkungsnachweis homöopathischer Mittel im Reagenzglas muss als einwandfrei erbracht gelten“.

1990     Tierärztliche Hochschule Hannover

Professor Günther Harisch:20
„Biochemische Nachweisverfahren sind geeignet, Effekte kleinster Dosen auf der Ebene des Zellstoffwechsels nachzuweisen“.

2007     Charité Universitätsmedizin Berlin

Die anerkannte Forscherin Frau Professor Claudia Witt21 fand in einem systematischen Review von 67 in-vitro-Experimenten mit Blutzellen (basophile und neutrophile Granulozyten, Lymphozyten, Erythrozyten), nichtzellulären Systemen und Zellkulturen, dass die Wirkungen von „Hochpotenzen“ wissenschaftlich nachweisbar sind:
„Auch Experimente mit einem hohen methodologischen Standard konnten die Wirkungen von Hochpotenzen zeigen“

2011      Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Jürgen Clausen berichtete über 1.500 experimentelle Studien, die 2011 in der HomBRex-Datenbank28 aufgelistet waren.22 830 dieser Forschungsarbeiten untersuchten „Hochpotenzen“, d.h. Arzneimittel „jenseits der Loschmidt’schen Zahl“, die keine Moleküle des Ausgangsstoffes enthalten. 90% dieser Forschungsarbeiten, d.h. 745 experimentelle Studien mit Hochpotenzen zeigten positive Ergebnisse für die Homöopathie.

2017     Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Die HomBRex-Datenbank28 listet aktuell 2.300 experimentelle Studien mit homöopathischen Arzneimitteln auf. Alleine die Auflistung der Studientitel („Select all“) hat einen Umfang von 313 Seiten. Die Datenbankausgabe „Show extended view for all“ mit Kurzinformationen zum Studienmodell umfasst 1.144 Seiten.
 

Carstens-Stiftung

Die gemeinnützige Karl und Veronica Carstens-Stiftung23 in Essen betreibt gemeinsam mit dem Homeopathy Research Institute (HRI)24 mehrere öffentlich zugängliche Datenbanken, um den Studienstand der Naturheilkunde und Komplementärmedizin zu dokumentieren.

Die Stifterin Dr. Veronica Carstens (1923-2012) war Ärztin für Innere Medizin und Naturheilkunde und hatte folgende Vision:25

„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Sie sollen im Einzelfall entscheiden können, welche Methode die besten Heilungschancen für den Patienten bietet.“

Naturheilverfahren und Komplementärmedizin sind wichtige Bestandteile der Patientenversorgung. Die Carstens-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Therapiemethoden zu erforschen und wissenschaftlich zu begründen. Seit 1982 untersucht und bewertet die Stiftung eine immer größer werdende Anzahl an Verfahren.

Für die Homöopathie sind drei Datenbanken relevant:

  • CORE-Hom database
    A database on Clinical Outcome REsearch in Homeopathy
    Aktueller Studienstand: 1.172 Humanstudien26
  • HomVetCR database
    Veterinary Clinical Research Database for Homeopathy
    Aktueller Studienstand: 444 veterinärmedizinische Studien27
  • HomBRrex database
    The Homeopathic Basic Research experiments database
    Aktueller Studienstand: 2.300 experimentelle Studien28

Insgesamt sind derzeit über 3.900 klinische und experimentelle Homöopathie-Studien in den drei Datenbanken erfasst. Übersichtsarbeiten und ein HTA-Bericht werten diese Datenfülle schrittweise aus.
 

Metaanalysen
Systematische Reviews

Systematische Übersichtsarbeiten (Reviews) und Metaanalysen fassen die Evidenz therapeutischer Maßnahmen durch systematische Auswertung mehrerer randomisierter kontrollierter Studien zusammen.29

Metaanalysen sind strukturierte Übersichtsarbeiten, die Studien durch systematisierte computerisierte Literatursuche identifizieren und die Ergebnisse mit statistischen Methoden kombinieren und quantifizieren.29

Systematische Reviews sind strukturierte Übersichtsarbeiten für spezifische klinische Fragestellungen. Dabei wird die Originalliteratur mit einem zuvor festgelegten wissenschaftlich begründeten Plan zusammengefasst. Damit ist es möglich, die Stärke der Evidenz und die Validität der Ergebnisse zu beurteilen.30
 

Homöopathische Übersichtsarbeiten

Der Weltverband homöopathischer Ärzte Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis (LMHI) fasste die Ergebnisse der ausführlichsten Übersichtsarbeiten 2015 zusammen:1

            „Homöopathie hat eine positive und spezifische Wirkung größer als Placebo.“

Der Begriff „spezifische Wirkung“ bedeutet, dass die klinischen Wirkungen der Homöopathie auf dem spezifisch verabreichten homöopathischen Arzneimittel beruhen und nicht durch andere Effekte erklärt werden können.
 

Ausführliche Übersichtsarbeiten

1991     Kleijnen, Knipschild, ter Ried

Die erste große Metaanalyse hat durch Auswertung von 105 Studien
77 % positive Ergebnisse für die Homöopathie gezeigt.31

1996     Boissel

Die Auswertung von 15 hochqualitativen Studien ergab:32
„Es ist offensichtlich, dass Homöopathie wirksamer als Placebo ist.”

1997     Linde

Ergebnis aus 89 Studien:12
„Nicht vereinbar mit der Hypothese, dass die klinischen Wirkungen der Homöopathie gänzlich durch Placebo bedingt sind.“

1988     Linde

Der Review aus 32 Einzelmittelhomöopathie-Studien ergab:33
“Einzelmittelhomöopathie ist wirksamer als Placebo.”

2014     Mathie

Der Systematische Review34 untersuchte 32 randomisierte kontrollierte Studien mit Einzelmittelhomöopathie in 24 verschiedenen klinischen Indikationen. Die Statistik kam methodisch an ihre Grenzen, fand aber dennoch ein positives Ergebnis:35
„Individualisierte Homöopathie, so das Ergebnis, lässt sich von Placebo unterscheiden.“

Insgesamt zeigt sich eine positive Evidenz für die Homöopathie.
 

Methodische Grenzen

Die eingehende Beschäftigung mit Metaanalysen, Systematischen Reviews und randomisierten kontrollierten Studien lässt die Grenzen dieser Methoden erkennen. Es sind große Fachkenntnis in medizinischer Statistik und klinischer Epidemiologie sowie langjährige Erfahrungen im untersuchten Therapiegebiet erforderlich, um die von vielen Kriterien abhängigen Ergebnisse richtig zu interpretieren.
 

Mangelhafte Publikationen

Die „Egger-Studie“ (Shang et al., Lancet 2005) und die aktuell über die Medien kommunizierten Berichte der australischen Gesundheitsbehörde (NHMRC 2014, 2015) werden hier nicht angeführt. Die Egger-Studie hat signifikant positive Ergebnisse gefunden. Allerdings wurden danach 94% der Studien von der Auswertung ausgeschlossen, was ein negatives Ergebnis bewirkte. Nachträgliche Analysen der Studiendaten dokumentierten jedoch signifikante Wirkungen der Homöopathie. Die australische Behörde hat 91% der Reviews und viele Studien von der Auswertung ausgeschlossen. Aufgrund weiterer gravierender Mängel sind die Berichte für die Bewertung der Homöopathie ungeeignet. Beide Studien werden im Abschnitt „Diskussion“ vorgestellt.
 

Robert Hahn

Die Evidenz der Homöopathie ist aus Metaanalysen gut abgesichert. Der unabhängige schwedische Forscher Robert Hahn stellte 2013 fest:36

„Um den Schluss ziehen zu können, dass die Homöopathie einer klinischen Wirkung entbehrt, müssen 90% der vorhandenen Studien außer Acht gelassen werden.“

Aufgrund der zunehmenden Evidenz revidierte Hahn diese Ausschlussrate am Europäischen Kongress für Homöopathie 2016 weiter nach oben:37

„Metaanalysen die zeigen, dass die Homöopathie nicht besser als Placebo ist, beziehen sich entweder auf imaginäre Daten oder haben 95-98% des Wissensstoffes ausgeschlossen“.
 

Health Technology Assessment

Das von der Schweizer Regierung in Auftrag gegebene Health Technology Assessment (HTA) ist die höchste Stufe der evidenzbasierten Medizin zur Beurteilung der Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten von Therapiemethoden.

Diese bisher umfangreichste Untersuchung der Homöopathie fand in 22 medizinischen Datenbanken 107 auswertbare Artikel. 20 von 22 Reviews zeigten positive Ergebnisse (n=5) oder einen positiven Trend (n=15). 2 Arbeiten fanden keine Wirksamkeit. Bei Infekten und allergischen Reaktionen des oberen Respirationstraktes zeigten 24 von 29 Studien an 4.843 Patienten positive Ergebnisse. Bei Beschränkung auf randomisierte placebokontrollierte Studien der höchsten Evidenzklasse (1b) belegten 12 von 16 Studien an 2.089 Patienten positive Ergebnisse.

Das auch heute gültige Gesamtergebnis des HTA-Berichtes 2006 lautet:38

„Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es ausreichende Belege für die präklinische (experimentelle) Wirkung und klinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt.“
 

Pressemitteilung

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) hat am 27. Mai 2016 den Forschungsstand der Homöopathie in einer Pressemitteilung veröffentlicht:39

  • Metaanalysen zeigen überwiegend statistisch signifikante Ergebnisse im Vergleich mit Placebo.
  • Die spezifische Wirkung potenzierter Arzneimittel ist durch Metaanalysen, placebokontrollierte Studien und hochwertige experimentelle Grundlagenforschung belegt. Dieses Ergebnis bedeutet, dass die Wirkung durch das homöopathische Arzneimittel ausgelöst wird und nicht auf anderen Ursachen beruht.
  • Placebovergleich: Hochqualitative randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit Hochpotenzen belegen die Überlegenheit der klassischen Homöopathie im Vergleich mit Placebo.
  • Therapeutischer Nutzen: Die klinischen Forschungsdaten belegen den Nutzen der homöopathischen Behandlung.
  • Versorgungsforschung: Homöopathie unter Praxisbedingungen führt zu klinisch relevanten Verbesserungen von Symptomen und Lebensqualität. Die Erfolgsraten sind häufig mit konventioneller Medizin vergleichbar. Es treten jedoch weniger Nebenwirkungen auf.

Die Pressemitteilung und der zugrunde liegende Forschungsreader „Der aktuelle Stand der Forschung zur Homöopathie: Versorgungsforschung, randomisierte kontrollierte klinische Studien, Meta-Analysen, Grundlagenforschung“ vom Mai 2016 (56 Seiten)40 können hier nachgelesen werden.
 

Masterarbeit

Die Wiener Ärztin Melanie Wölk hat die aktuelle Studienlage der Homöopathie 2016 an der Donau-Universität Krems untersucht. Die Forscherin hat ausschließlich hochqualitative Arbeiten ausgewertet, die den Ansprüchen der evidenzbasierten Medizin entsprechen.

Ergebnisse der Masterarbeit:41

  • Die Homöopathie erfüllt die Voraussetzungen der Wissenschaft und Medizin.
  • Die Homöopathie erfüllt alle Grundkriterien der evidenzbasierten Medizin.
  • Die analysierten Reviews und Metaanalysen (Evidenzklasse Ia) sowie klinischen Doppelblindstudien (Evidenzklasse Ib) weisen mehrheitlich die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nach. Mit diesem Goldstandard der evidenzbasierten Medizin kann die Wirksamkeit der homöopathischen Therapie bewiesen werden.
  • Die Homöopathie ist eine evidenzbasierte Medizin.
     

fazit

  1. Die Homöopathie wirkt an Menschen, Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen, Zellen und zellfreien Systemen. Die Wirkungen der Homöopathie lassen sich auch physikalisch nachweisen.
  2. Die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel bei bestimmten Krankheiten und die Wirkungen in Arzneimittelprüfungen und experimentellen Studien sind für alle Evidenzklassen dokumentiert:

Health Technology Assessment (HTA)
Metaanalysen und Systematische Reviews
Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs)
Versorgungsforschung (Outcomes Studien)
Veterinärmedizinische Studien
Experimentelle Studien (Grundlagenforschung)
Expertenmeinungen (Übersichtsarbeiten)
Arzneimittelprüfungen
Fallserien, Fallanalysen
Fallberichte

  1. Die Wirksamkeit und Wirkungen der Homöopathie sind damit wissenschaftlich belegt.
  2. Das bedeutet aus pragmatisch-medizinischer Sicht, dass die Wirksamkeit und Wirkungen der Homöopathie nachgewiesen sind.
     

Literatur

  1. Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis 2015
  2. European Committee for Homeopathy 2017
  3. International Research Group on Very Low Dose and High Dilution Effects 2017
  4. Scofield 1984
  5. Wurmser 1986
  6. King 1988
  7. Righetti 1988
  8. Weingärtner 1992
  9. Jenaer 1993
  10. Linde 1994
  11. Tisseyre 1996
  12. Linde 1997
  13. Schulte, Endler 1998
  14. Dean 2004
  15. Sukul 2004
  16. Haidvogl 2006
  17. Brigo 1987
  18. Reilly 1986
  19. Reilly 1994
  20. Harisch, Kretschmer 1990
  21. Witt 2007
  22. Clausen 2011
  23. Karl und Veronica Carstens Stiftung 2017
  24. Homeopathy Research Institute 2017
  25. Carstens (1923-2012)
  26. CORE-Hom database
  27. HomVetCR database
  28. HomBRex database
  29. Bucher 2007
  30. Fletcher 2007
  31. Kleijnen 1991
  32. Boissel 1996
  33. Linde 1998
  34. Mathie 2014
  35. Walach 2014
  36. Hahn 2013
  37. Hahn 2016
  38. Bornhöft, Matthiessen 2006
  39. Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie 2016
  40. Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie 2016
  41. Wölk 2016
     

PDF

PDF mit Literaturangaben

 

 

Startversion: 12.9.2017   
Autor: Friedrich Dellmour