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Wissenschaft

Die „Wissenschaft“ gibt es nicht. So wie es „die Medizin“, „den Menschen“, „das Tier“ oder „die Technik“ nicht gibt. Wissenschaft ist ein Überbegriff. Es gibt keine einheitliche Definition für Wissenschaft. Weil Wissenschaft sowohl wissenschaftliche Methoden, als auch damit erworbenes Wissen meint.

Als Wissenschaften gelten Naturwissenschaften, Humanwissenschaften wie die Humanmedizin, Humanbiologie, Psychologie, Pädagogik und Ethnologie, aber auch Sozialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geisteswissenschaften, Philosophie und Theologie. Auch die Mathematik ist eine Wissenschaft, wobei kontrovers diskutiert wird, zu welcher Wissenschaftskategorie die Mathematik gehört.

Durch Spezialisierung entstehen immer mehr Wissenschaften. Ihre Methoden und das Wissen sind extrem unterschiedlich und komplex. Das ist der Grund, warum es für „Wissenschaft“ keine exakte Definition gibt.
 

ETHIK

Die Wissenschaftsentwicklung nimmt in allen Bereichen zu.

Diese Entwicklung hat viele Vorteile, bringt aber paradoxerweise massive Nachteile mit sich, welche das positive Image der Wissenschaft in Frage stellen. Denn Forschung ist in den vergangenen 20 Jahren aufgrund internationaler Qualitätskriterien und gesetzlicher Sicherheitsvorschriften extrem kostspielig geworden ist.

Obwohl Qualitätssicherung begrüßenswert ist, werden damit ganze Wissenschaftsbereiche bedroht, die keine hohen Qualitätsstandards benötigen, um sichere Produkte herzustellen. Killing by quality nennt man diesen Prozess in der Wirtschaft. So mussten tausende pflanzliche und homöopathische Arzneimittel im deutschen Sprachraum vom Markt genommen werden, weil sich mit dem Verkauf dieser Präparate – die gut verträglich waren und keine Nebenwirkungen hervorrufen – die Kosten der neuen Qualitätsstandards niemals bezahlen lassen.
 

Wirtschaftliche Fragen

Zukünftige Forschung wird vorwiegend nur für große Unternehmen und marktwirtschaftlich erfolgreiche Produkte möglich sein. Das führt dazu, dass bevorzugt Fachgebiete erforscht werden, die einen finanziellen return on investment versprechen. Die Wissenschaft ist daher weder „frei“, wie das in einem Gesetzestext steht, noch unabhängig von wirtschaftlichen, politischen und sozialen Interessen. Geld, Markt, Gesellschaft und Politik kontrollieren mehr denn je die Wissenschaft. Diese Einflüsse bestimmen, was erforscht wird und welche Fachgebiete unerforscht bleiben, wenn es dafür keine Forschungsförderung gibt.
 

Wissenschaftliche Fragen

Hinzu kommt, dass die wissenschaftliche Aussagekraft von „Studien“ immer mehr in Frage gestellt wird. Bisher vertrauten viele Menschen darauf, dass „wissenschaftlich geprüft“ ein Qualitätskriterium ist, auf das man sich verlassen kann. Denn der Begriff „Wissenschaft“ vermittelt einen besonderen Geltungsanspruch. Was „wissenschaftlich“ genannt wird, gilt als geprüft, sicher und frei von subjektiven Interessen.1

Das ist nicht sicher.

Der Arzt, Philosoph und Professor für Geschichte der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München Josef M. Schmidt weist auf die generelle Unsicherheit der Wissenschaft hin:2

  • Wissenschaft ist kein absoluter und objektiver Rahmen, in dem sich die Phänomene der Welt eindeutig erklären lassen.
  • Wissenschaft ist ein sozialer Prozess, der von vielfältigen Interessen bestimmt wird.
     

Soziale Fragen

Wissenschaftliche Ergebnisse sind nicht objektiv, sondern können von persönlichen oder gesellschaftlichen Interessen bestimmt sein. Speziell in der Medizin gibt es umfangreiche Beweise, dass Studienergebnisse nicht nur von relevanten Fakten, sondern auch von Weltanschauungen sowie wirtschaftlichen und politischen Einflüssen abhängen.

Dieser Umstand macht aufmerksam, dass man nicht jedem Experten und jeder Studie glauben darf. Für Experten wäre zu fordern, dass sie über ein exzellentes theoretisches Wissen und langjährige klinische Erfahrung im untersuchten Fachgebiet verfügen.

Bei Studien ist die Sache schwieriger. Aufgrund permanent steigender Qualitätsanforderungen sind klinische Studien für die meisten Ärzte kaum mehr verständlich. Behandelnde Ärzte sind auf Experten angewiesen, welche die Studienergebnisse erklären. Es ist beunruhigend, wenn Ärzte Medikamente verordnen, die sie wissenschaftlich nicht verstehen.
 

Ethische Fragen

Die rasante Wissenschaftsentwicklung wirft ethische Fragen auf:

  • Wie wird Wissenschaft durch soziale Prozesse beeinflusst?
  • Wie lässt sich verlässliches Wissen gewinnen?

Das Webportal möchte am Beispiel der Homöopathie und potenzierter Arzneimittel zu diesen Wissenschaftsfragen beitragen.
 

Weitere Informationen

Soziale Prozesse
Definition
Gegenstand
Methodik
 

fazit

Wissenschaft ist ein sozialer Prozess.

Wissenschaftliche Ergebnisse sind nicht wahrheitsgebunden, sondern konsensgebunden und können auch subjektive und spekulative Inhalte enthalten.

Wissenschaftliche Methoden müssen zum Gegenstand der Untersuchung passen.

Naturwissenschaft, Medizin und Homöopathie haben unterschiedliche wissenschaftliche Grundlagen.

 

Literatur

  1. Böhm 1998
  2. Schmidt 2016
     

PDF

PDF mit Literaturangaben

 

Startversion: 24.7.2017                                                                                                                                          
Autor: Friedrich Dellmour